Bartagamen und ihr natürlicher Lebensraum

Die verschiedenen Bartagamen-Arten kommen ausschließlich in Australien vor. Die in Terrarien gehaltene Streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps) ist eine wärme- und sonnenliebende Art. Sie ist in lichten, trockenen Wäldern, Halbwüsten sowie Steppen des Kontinents zu finden. Bartagamen sind semiarboricol, d.h. sie sind halb an eine Lebensweise auf Bäumen angepasst. Mit ihrer Körperfarbe sind die Tiere auf den Bäumen gut getarnt. Und sie können von den erhöhten Plätzen aus ihr gesamtes Territorium überblicken. Die Echse braucht in der Natur hohe Sonneneinstrahlungen, um ihr ganzes Repertoire an Aktivitäten wie soziales Miteinander, Jagen, Fressen und Verdauen zu zeigen.
Um die Bartagamen im Terrarium in ihrem natürlichen Verhalten beobachten zu können, müssen dem Kauf oder Eigenbau umfangreiche Überlegungen voran gehen.

Die Wahl des Terrariums und des Standortes

Eine sehr wichtige Überlegung beim Terrarium ist die Anzahl der Tiere, die gehalten werden möchte. Eine wichtige Größe ist die KRL, die Kopf-Rumpf-Länge, gemessen von der Schnauzenspitze bis zum Schwanzansatz ohne Einbeziehung der Schwanzlänge. Diese Zahl wird multipliziert mit 5 (Länge) x 4 (Breite) x 3 (Höhe). Bei einem Tier mit einer KRL von 20 cm ergibt dies eine Terrariumgröße von 100 x 60 x 60 (L x B x H). Für jedes weitere Tier werden 15 – 20% mehr Raumvolumen eingerechnet, wobei insgesamt gilt, dass eine großzügigere Gestaltung mehr Aktivitätenspielraum der Reptilien zulässt. Bevor es an die weitere Einrichtung geht, ist der richtige Standort wichtig. Ein komplett eingerichtetes Terrarium ist am Ende zu schwer, um es vom Platz zu bewegen. Eine direkte Sonneneinstrahlung oder die Nähe der Heizung ist zu vermeiden, damit es nicht zu einer Überhitzung kommt. Ebenfalls eignen sich Plätze mit Zugluft, mit einem hohen Geräusch- oder Erschütterungspegel z.B. in Durchgangsbereichen nicht als Standort.

Technische Einrichtung im Terrarium

Als sonnen- und wärmeliebende Reptilien ist die Beleuchtung im Terrarium ein elementares Element.  Quecksilberdampflampen sowie T5-Leuchten haben sich in der Haltung bewährt. Für eine gute Ausleuchtung des gesamten Terrariums kann zusätzlich mit Reflektoren und Strahlern gearbeitet werden. Obwohl eine komplette Ausleuchtung angestrebt werden soll, sind schattige Möglichkeiten für den Rückzug notwendig. Dafür eignen sich Steinhöhlen oder Korkröhren sehr gut. Neben dieser Beleuchtung sind UV-Lampen wichtig, da sie die Sonnenstrahlen imitieren. Dabei spielt vor allem das UVA- sowie UVB-Licht eine Rolle. Es ist essentiell für die Bildung von Vitamin D3. Dieses benötigen die Bartagamen für den Knochenaufbau und die Regulierung des Calcium-Haushaltes. Zudem unterstützt das UV-Licht die Fortpflanzungsaktivität. Es wird empfohlen, die Reptilien täglich bis zu zwei Mal für 30 bis 60 Minuten  mit dem UV-Licht zu bestrahlen. Die Tiere sind langsam an diese Dosis heranzuführen.

Neben dem Licht sind die Tiere sehr wärmeliebend. An den wärmeren Stellen sollte die Temperatur tagsüber zwischen 28° bis 30°C betragen, an den kühleren Stellen zwischen 22° und 25°C. Nachts sollte die Temperatur nicht unter 20°C sinken. Die Reptilien lieben es, sich auf warmen Plätzen zu sonnen. Diese können zwischen 40°C bis maximal 55°C betragen. Können durch die Beleuchtung diese Temperaturen nicht erreicht werden, können Heizungsmatten oder Heizungskabel im Boden installiert werden. Diese Lampe hat sich bei vielen Kunden bewährt:

Trixie 76005 Neodymium Wärme Spot-Lampe, 35 W ø 63/100 mm

35 Watt
enthaltenes Neodymium sorgt für eine natürlichere Darstellung der Tiere und Pflanzen im Terrarium
schafft warme Plätze zum Sonnenbaden - erhöht die Umgebungstemperatur im Terrarium

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Die Tiere benötigen zudem eine hohe Luftfeuchtigkeit von 30-40% tagsüber und durchschnittlich 55% in der Nacht. Dies kann durch Wassereinspritzung in das Terrarium erfolgen oder der Wassernapf wird an eine warme Stelle gestellt. Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit lassen sich mit Thermometer und Hygrometer überprüfen. Zu empfehlen ist der Einbau eines Thermostat, welches regulierend arbeiten kann.
Bei allen technischen Elementen ist es wichtig, dass die Tiere nicht dran kommen und sich verbrennen können. Daher ist ein Anbringen außerhalb der Reichweite zu empfehlen. Weiterhin müssen diese stromhaltigen Geräte vor Spritzwasser geschützt sein.

Weitere naturnahe Einrichtung des Terrariums

Bartagamen sind grabfreudige Reptilien, so dass als Bodengrund etwas gewählt werden muss, dass dafür geeignet ist. Bei der Betrachtung von Bildern des natürlichen Lebensraumes ist zu erkennen, dass dieser aus Sand besteht. In der Haltung hat sich ein Sand-Lehm-Gemisch bewährt, welches 15 cm hoch eingefüllt wird. Ist eine Vermehrung geplant, sollte es Stellen mit 20 cm Höhe geben für die Eiablage. Bei der weiteren Dekoration ist zu beachten, dass die Bartagamen zum einen sehr gerne kurze Sprints zurücklegen, aber auch sehr kletterwütig sind. Beiden Charakteristika sollte in der Einrichtung Rechnung getragen werden. Beim Einbringen von Pflanzen, Wurzeln, Steinen sowie anderen Elementen muss immer noch genügend Platz zum Rennen vorhanden sein. Seiten- und Rückwände aus Kork schaffen Klettermöglichkeiten. Die Reptilien sitzen gerne erhöht, um ihr Territorium zu überblicken.

Indem möglichst naturnahe Bedingungen für die Bartagamen geschaffen werden, können die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten beobachtet werden.